Auswahl und Ausbildung

Die Offiziere der österreichischen Sicherheitsexekutive rekrutieren sich aus den Reihen besonders geeigneter Angehöriger der mittleren Laufbahnebene, also dem Segment der dienstführenden Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei.

Bedienstete, welche die Offizierslaufbahn anstreben, müssen sich unabhängig von einer einwandfreien Beurteilung durch ihre jeweiligen Vorgesetzten und der Hochschulreife einem bundesweiten, äußerst selektiven Auswahlverfahren unterziehen.

Dieses Verfahren ist zweiteilig und besteht zunächst aus einer Überprüfung der fachlichen Kenntnisse in Form eines umfangreichen, mehrteiligen Multiple Choice Tests, mit dem in erster Linie vertieftes Rechtswissen überprüft wird.

Alle Bewerber, die diese erste Testphase erfolgreich abgeschlossen haben, werden daraufhin zeitlich abgesetzt einem einwöchigen Assessment-Center inklusive eines Sporttests unterzogen. In diesem wird insbesondere die persönliche Eignung zur höheren polizeilichen Führungskraft mit dem Schwergewicht auf der psychischen und physischen Belastbarkeit sowie situativ adäquatem Auftreten bzw. Führungsverhalten beurteilt.

Wer sich auch nach Abschluss dieses Verfahrens wiederum unter den Besten befindet, wird für die Teilnahme am 6-semestrigen FH-Bachelorstudiengang „Polizeiliche Führung“ zugelassen. Bei diesem Studiengang handelt es sich um ein vollwertiges, 180 ECTS umfassendes Studium nach Bologna-Kriterien.

Nach der Sponsion werden die neu graduierten Polizeioffizier schließlich auf ihre neuen Dienststellen ausgemustert.

Ergänzend zum Bachelorstudiengang „Polizeiliche Führung“ besteht die Möglichkeit der Teilnahme am weiterführenden Masterstudiengang „Strategisches Sicherheitsmanagement“. Dieses 4-semestrige, ebenfalls an der FH Wr. Neustadt nach Bologna-Kriterien eingerichtete Studium umfasst 120 ECTS. Es stellt die hochwertigste Führungskräfteausbildung im Bereich des Innenressorts dar und befähigt die Absolvent grundsätzlich zur Ausübung von Funktionen auf der strategischen Führungsebene des Exekutivdienstes. Dieser Studiengang steht auch Angehörigen aus dem Bereich der allgemeinen Verwaltung offen, die zumindest über einen adäquaten Bachelor-Abschluss verfügen. Der Zugang zu dieser Ausbildung erfolgt wiederum über ein mehrteiliges Auswahlverfahren, in dessen Rahmen vor allem Kompetenzen im Bereich der wissenschaftlichen sowie persönlichen Qualifikation der Bewerber überprüft werden.

 

Der Bachelorstudiengang „Polizeiliche Führung“ sowie der aufbauende Masterstudiengang „Strategisches Sicherheitsmanagement“ umfassen zusammen insgesamt 300 ECTS und weisen somit im Ergebnis um 60 ECTS mehr als beispielsweise ein Diplomstudium der Rechtswissenschaften auf.  

Nach Abschluss des Master-Studiums sind die Teilnehmer auch zur Absolvierung eines Doktorats-Studiums im Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften befähigt.